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| Sex und Gewalt in Videospielen oder : |
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Verfasst am 21.07.2011 um 07:53 Uhr
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Sex und Gewalt in Videospielen oder : " Schenkt dem Papst eine Konsole" Im heutigen Blog will ich mal mit der kontroversen Auseinandersetzung des Themas "Sex&Gewalt in Videospielen" beschäftigen. Nachdem Papst Benedikt XVI schon 2007 in seiner Botschaft zum jährlichen "Welttag der sozialen Kommunikationsmittel" eine Erziehung der Medien forderte, konnte ich die letzten 3 Jahre diese Debatte nicht mehr aus den Augen verlieren. Immerhin ist der Papst ein Landsmann und wenn mein geistiger Führer etwas von zunehmenden Perversionen in den Medien tuschelt, muß ich einfach den Ruf des heiligen Vaters folgen. Ich gebe es zu,ich habe gerade gelogen. Ich bin weder Landsmann noch gläubiges Lämmchen der prüden katholischen Gemeinde, dennoch ist die Steigerung eines gewissen Potenzials von Sex und Gewalt innerhalb der Videospiele nicht mehr so einfach zu verstecken. Was da der Mann in Weiß von seiner Kanzel rief war teilweise erstmal nachvollziehbar. Den Ratschlag "Medienerziehung sollte positiv sein" konnte ich so ohne Probleme unterstreichen. Auch "Wenn man Kinder das, was ästhetisch und moralisch herausragend ist, vermittelt, hilft man ihnen, Wertschätzung, Klugheit und Urteilsvermögen zu entwickeln" ist in diesem Kontex überhaupt nicht diskussionswürdig. Etwas runzeliger wurde die Stirn bei den folgenden Sätzen. "Jeder Trend, Programme - einschließlich Fime und Videospiele - zu produzieren, die im Namen der Unterhaltung Gewalt verherrlichen und antisoziales Verhalten oder die Banalisierung menschlicher Sexualität darstellen, ist eine Perversion !". Aha, ich bin also doch laut deutscher Übersetzung des Radio Vatikan psychologisch gestört und brauche Behandlung..ok, kein Ding, solange im Wartezimmer eine XBox auf mich wartet. Hier finden sich die ersten Grenzen, die eigentlich gezogen werden müssten. Auf der einen Seite kann man bei solchen Aussagen nur applaudieren und dem Papst Respekt zollen. Mir fallen da auf Anhieb etliche Spiele ein, deren Darstellung von Gewalt, Rassismus oder Perversion überhaupt nichts zur eigentlichen Spielfreude beisteuern und teilweise jenseits des guten Geschmacks liegen. GearsOfWar oder Manhunt, nur zwei Beispiele, die in meinen Augen Sinn für diese Diskussion liefern. Zum einen ist die übertriebene Darstellung von Gewalt und der irrsinnig hohe Splatter-Anteil überhaupt nicht relevant, zum anderen konnte man deutlich sehen, was diese Spiele innerhalb der Szene angestellt hat. Vor allem bei GoW hatte ich vorher noch nie eine so asoziale Community erlebt. Der Umgang miteinander und das gesteigerte Aggressionspotenzial konnte man jeden Tag im Forum bemerken, auch wenn ich an dieser Stelle nicht alle Teams über einen Kamm scheren will. Dennoch war das nicht nur selten über der Schmerzgrenze. Lag das wirklich an dem Spiel selber? Natürlich kommen immer mehrere Faktoren zusammen. Wie schon in dem Blog "nicht die feine englische Art" spielen da Alter, Onlinezeit oder die Umgebung eine große Rolle. Ich hatte ja auch Spaß daran meine Gegner zu zersägen, jedenfalls bei den 2-3 Mal an denen ich mal jemanden erwischt habe ohne vorher schon meine Kopf wegfliegen zu sehen. Mit Sicherheit liegt aber ein großer Anteil einfach nur an dem Genre. Das ein Papst Benedikt einfach alle Spiele mit Gewaltanteil anprangert ist natürlich nicht richtig. Was bleibt ihm aber anderes übrig, wenn er nach dem ältesten aller Gesetzbücher urteilen muß. Die Bibel Psalm 11:5, Galanter 5:19-21 oder Kolosser 3:8, der alte verstaubte Zweiteiler verurteilt in vielen Stellen gerade diese Verhaltensweisen wie Unmoral, Gewalt oder abstössige Sprache. Genau das, was für viele der ultimative Kaufgrund bleibt. Der USK18 oder gar der PEGI-18-Sticker stehen schon länger für einen Pflichtitel für Minderjährige, scheißegal was im Endeffekt eigentlich in der Hülle steckt. Viele der vor allem jüngeren Spieler beteuern, dass ihnen das virtuelle Blutvergießen auf dem heimischen Monitor nichts anhaben kann, allerdings gibt es eine nicht allzu kleine Minderheit, die mir wirklich Sorgen macht. Natürlich ist es, nüchtern betrachtet, alles eine Frage des Charakters hinter dem Pad. Als gerne herbeigezogenes Beispiel wird in vielen Diskussionen das Spiel GrandTheftAuto kurz GTA genannt, dass in meinen Augen diesen schlechten Ruf überhaupt nicht verdient hat. Der große Anteil an Satire und die völlig überzogenen Gewaltorgien sind nicht im mindesten mit der Realität gleichzusetzen. Warum wird immer wieder auf diesem Spiel herumgehackt? Noch lächerlicher wird es dann, wenn sich ein ausgemusterter Gouverneur aus Kalifornien negativ über genau dieses Game äußert und seinen Wahlkampf fördert. Muß ich mir von einem Schwarzenegger erzählen lassen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen sogn. Gewaltspielen und negativen Auswirkungen der Psyche Heranwachsender gibt? Gerade von Mr. Running Man? Da stellt sich die Frage, in wie weit eine Arbeit als humanoider Muskelklops bekannt aus mittelmäßigen Gewaltfilmen und geistigem Dünnschiss in Zusammenhang steht. Es ist sicherlich nicht von Nachteil, wenn Minderjährigen der Zugang zu solchen Spielen erschwert wird, keine Frage..aber darf ich nicht wenigstens als volljähriger selbst entscheiden was ich spielen will? Auch ein gutes Beispiel für einseitige Meinung liefert der ehemalige Pornostar Ron Jeremy, der in seinem Blog die Gewaltdarstellung in Videospielen kritisiert, auf der anderen Seite dafür knallharten Sex verteidigt. "Sex ist eine natürliche, wunderschöne Sache und ein wichtiger Teil des Lebens" OK, damit kann ich leben. "Mediziner und Psychologen sind sich einig, dass Geschlechtsverkehr und die dabei freigesetzten Hormone das Wohlbefinden steigern und glücklich machen"..auch bei diesem Zitat kann ich nur zustimmen. Was mir aber nicht in den Kopf will ist, dass jemand mit über 2.000 Filmen aus der Hardcore-Ecke und unzähligen Großaufnahmen von seinem Schwanz meint, er könne damit einen Spieler nicht mindestens genauso schädigen als mit bloßer Gewaltdarstellung. Ist es nicht wie immer eine Frage des "Wieviel" ? Bin ich psychisch nicht mindestens genauso kaputt, wenn ich die 2.000 St(r)eifen des Autors gesehen habe? Besser macht es SecondLife, dem Schauplatz vieler virtuellen Schönheiten auf der Suche nach Sex und Kurzweil. Dort müssen Nutzer schon seit einiger Zeit ihr Alter nachweisen und die Faktoren Sex, Drogen und Gewalt wurden in ein extra eingerichtetes "Rotlichviertel" verbannt. Zwar sind auch weiterhin minderjährige Spieler auf der Plattform von Entwickler LindenLab zugelassen, Nippel wird man aber mit 15 Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen. Dafür wurde es für die 18+-Fraktion umso toller. Inhalte gibt es in Form von "Sexuell Eindeutig" über "Extrem Gewalthaltig" bis hin zu "Drogenmissbrauch"..alles was mein Herz begehrt. Im Grunde eine gute Sache, wenn sie auch in der Form auf der Konsole durchführbar wäre. Altersbeschränkung..absolute Pflicht, dafür aber auch grenzenlose Freiheit ab 18 und der Aufhebung von albernden Beschränkungen in bestimmten Ländern. Uncut für alle, nur nicht für die Minderjährigen..so sähe das Ideal aus. Leider würde es dann auch die Mehrheit von Jugendlichen ausgrenzen, denen Sex & Gewalt in Computerspielen nicht wirklich merkbar schaden. Aus meiner eigenen Erfahrung hat mich das Spielen in frühen Jahren nicht sonderlich beeinflusst. Zwar gab es zu meiner Jugend nur Spieler wie Pacman oder Frogger, ein gewisses Potenzial an Gewalt und Sex konnte man aber auch schon in den ersten Computerspielen finden. So hatte ich spürbar Freude daran in LeisureSuiteLarry die ranzlige Nutte zu poppen und mir meine erste Geschlechtskrankheit abzuholen…noch lange bevor ich die Definition von "Tripper" lernte. Gewalt gab es in jeder Form, lediglich das Blut war pixelig..aber das wichtige…die Tat an sich war schon damals die selbe. Auch wenn sich in der Zwischenzeit die Darstellungsqualität in phänomenale Höhen gesteigert hat..im Grunde sieht es jetzt nur besser aus, grausam war es aber schon damals. Den einzigst zu beklagenden Schaden nenne ich mal vorsichtig "Schlafentzug" und "Augenringe". Zur Verteidigung muß ich aber erwähnen, dass diese beiden Nebenwirkungen auf mein direktes Umfeld noch nie Schaden mit sich gezogen haben. Weder habe ich im Müdigkeitswahn einen Passanten zu Tode geprügelt, noch habe ich mit einem der Augenringe meine Mitschüler ausgeknockt. Wer übrigens denkt, Deutschland wäre das strengste Land im Bezug auf Videospiele, dem muss man die amerikanischen Verhältnisse unbedingt mal näher vorstellen. Dort gab es neben den fast schon gängigen Diskussionen über Kriegsspiele, Amokläufe oder Kettensägenmassaker 2006 einen Riesen Tumult über das Spiel MarcEcko`s Getting Up". Darin erkannten etliche amerikanische Politiker den Aufruf zu wirren Verwüstungsorgien…vollkommen ohne Gewehr, Minen oder Kettensägen, nein, in Form von Sprühdosen. Es ginge ausschließlich darum fremde Eigentum zu zerstören…aha. Dann doch lieber die reale Alternative und das weiße Haus ordentlich zugesprayt. Was bitteschön ist so schlimm an dem virtuellen Krieg mit der Can, um es bis zu einem hohen Gerichtshof der Vereinigten Staaten zu schieben? Versuchte tatsächlich schon die TV-Werbung Kindern kriminelles und gefährliches Verhalten attraktiv zu machen? Leider kommt auch von der anderen Seite nie ein wirklich schlagkräftiges Argument. Meisten hören wir die selben Sprüche wie schon vor 10 Jahren und das Standartprogramm von Pro-Killerspiel-Spielern hat sich seitdem nicht verändert.. SpaceInvaders hat auch nicht verursacht, dass ich jeden Tag mit Papas Schrotflinte auf der Einflugschneise des Münchner Flughafens liege und reihenweise die Jets runterhole. Diese Argumente sind leider genauso löchrig wie die der Gegenseite. Erst letzten Monat sorgte die bekannte TV-Psychotante Carole Lieberman für ein tolles Interview im US-Fernsehen. Dort brachte sie den Anstiegt von Vergewaltigungen in den USA mit den gewalttätigen Sex-Szene aus bekannten Videospielen in Zusammenhang. Spieler würden zunehmend sensibilisierter gegenüber gewalttätigen Sexpraktiken werden und den Unterschied zwischen Realität und Fiktion nicht mehr warnehmen. Ein weiterer Punkt wären dann noch die Soundtracks der Spiele mit ihren unerträglichen HipHop-Elementen, die sogenannten "modernen Massenvernichtungswaffen" Die Frage stellt sich nun…wer bitte therapiert diese Frau? Und warum dürfen solche Leute im TV öffentlich diese "Theorien" überhaupt senden? Gerade im Bezug auf amerikanischen Fernsehen, dass die besten Einschaltquoten in den Action-News zu verzeichnen hat…oder bei LIVE-Übertragungen von wilden Verfolgungsjagden oder Schusswechsel in den Armenvierteln. Interessant auch ein Artikel auf Chip.de, wo der vehemente Gegner von "Killerspielen" Prof. Christian Pfeiffer minderjährigen Besitzern einer Spielkonsole automatisch ein erhöhtes Risiko zu Gewaltauffälligkeit vergibt. Leider fällt es oft auf, dass die doch recht einleuchtenden Erklärungen deshalb etwas spöttisch in den Hintergrund geraten. Denn die Zahlen die der werte Herr nebenbei erwähnte, sind durchaus ernstzunehmen und glaubhaft. Demnach gibt es ca. 14.000 Jugendliche in Deutschland, die stark Computersüchtig sind, weitere 23.000, die als besonders gefährdend gelten. Auch die Aussagen, dass "Kindern" der Zugang zu den gewalttätigen Titeln erschwert werden muß und strafrechtliche Konsequenzen fällig wären, kann ich persönlich nur unterstreichen..allerdings kann ich Forderungen nach Indizierung oder Ausschluss einfach nicht nachvollziehen…gerade mit 36 dürfte ich doch endlich wissen was gut für mich ist und was mich noch auf die späten Tage zum Verbrecher mutiert. Diese Studien gehen sogar noch einen Schritt weiter. Die Brigham Young Univerity kommt z.B. zu dem Ergebnis, dass männliche Extremspieler zu erhöhtem Alkoholkosum neigen…warum posten dann die ganzen Consoles-Pro-Spieler nur Bilder von ihren EnergyDrinks auf Facebook? Die alkoholisierten Spieler die ich in 10 Jahren eSport auf Servern getroffen haben, kann ich noch an einer Hand abzählen. Leider wurde ich von dem Artikel dennoch hart getroffen, denn unter diesen Absätzen mit völlig wirren Zusammenhängen und den üblichen Sprüchen von möglichen Terroristen, die durch CounterStrike in den heimischen Kasernen herausgezüchtet werden, setzte die Redaktion von Chip eine Anzeige zwischen die Zeilen, die um frische Spielern für die XBox360 warb. So viel Humor hätte ich der Chip gar nicht zugetraut ! Ob der zuständige Redakteur nach Feierabend heimlich eine Copy von CS:Source nach Hause schmuggelt ? Wer weiß ! Wie schon geschrieben, die Ansätze sind in vielen Diskussionen sicherlich nicht falsch und auch nicht totzuschweigen. Unzählige Videos auf Youtube sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn es nochmals das doppelte an Idioten in anderen Bereichen nicht viel besser machen. Schreiende Kiddies, wütende Lobbystrolche, hatende Forengötter…das alles ist in einem gewissen Maße der Medienwelt in die Schuhe zu schieben. Ich schreibe Medienwelt, da es mehr bedarf als ein paar Titten in einem Videospiel oder einem Kettensägenkontroller..für mich zählt da auch das abendliche Unterhaltungsprogramm, die Filmindustrie und auch die Musikbranche zu den teils Schuldigen. Den größten Anteil haben immer noch die Eltern, das soziale Umfeld, Freunde ect. Das ist noch lange kein Grund nach jedem Amoklauf die Regale des Schützen nach Videospielen zu durchsuchen. Oh mein Gott, Ermittler fanden im Zimmer des Amokschützen eine Dose MonsterEnergyDrink…sollten wir die nicht verbieten? Zumindest verklagen? Klingt doch schon so furchteinflössend ! Einfacher wäre es, Eltern würden die Jugendschutzeinstellungen der Konsolen im Vorfeld abchecken und verstehen, was sie ihrem Kind erlauben und was nicht. Das Internet gepaart mit der mangelnden Kontrolle durch die Eltern machen auch aus Nichtspielern soziale Randgruppen und jeder von uns kann sich sicherlich an eine dieser angenehmen Erlebnisse in einer Lobby erinnern, wenn mal wieder ein PausenbotOpfer zum nerven anfängt. mööp |
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